Donnerstag 26. August

 

Heute Abend führten wir, nach langer Corona-Pause, endlich mal wieder eine Alarmübung durch.

Das Übungsobjekt, bestehend aus einer Scheune mit Pferdestall und Veranstaltungsraum wurde uns freundlicherweise von der gräflichen Familie Brockdorff-Ahlefeldt zur Verfügung gestellt.

Kurz vor Dienstbeginn des regulären Feuerwehrdienstes versteckten wir unsere Nebelmaschine und unsere 3 „Opfer“ an mehreren Stellen in dem Gebäude.

2 Kameradinnen aus der Jugendfeuerwehr und unsere Übungspuppe stellten 2 Handwerker und einen Gutsangestellten dar, die nach einer Verpuffung in der Heizungsanlage mit schweren Verletzungen aus dem Gebäude zu retten waren.

Ungeklärte Rauchentwicklung (Disco-Nebel aus der „Dose“) sollte den Einsatzkräften die Rettung erschweren, aber dazu gleich mehr…

Um 19:40 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Ascheberg über Alarmempfänger und Sirenen alarmiert und da wir ja schon auf Grund unseres Dienstabends vor Ort waren, konnten wir blitzschnell unsere Fahrzeuge besetzen.

Auf Grund einiger kurzfristiger Abmeldungen von Kameraden und Kameradinnen war die Personaldecke recht dünn, so entschied sich der Einsatzleiter, die nächsten Nachbarwehren aus Dersau und Dörnick ebenfalls zu alarmieren.

Nach einer kurzen Einsatzfahrt trafen wir auf dem Gutshof ein, Rauchwolken stiegen aus dem Dachstuhl unseres Übungsgebäudes auf, die Nebelmaschine leistete ganze Arbeit.

Es folgte eine kurze Erkundung, ein Zeuge hatte einen lauten Knall gehört und gesehen, dass im Vorwege 3 Personen im Gebäude beschäftigt waren und bisher noch nicht wieder rausgekommen wären.

Der Einsatzleiter entschloss sich zu einem sofortigen Innenangriff zur Menschenrettung unter schwerem Atemschutz und zum Herstellen einer ca 300 m langen Wasserversorgung durch unsere „Emma“, (unser Katastrophenschutz-Fahrzeug) zu einer Entnahmestelle am Großen Plöner See, da im unmittelbaren Bereich keine Hydranten zur Verfügung stehen.

Während der Vorbereitung zum Innenangriff traf dann auch zunächst die FF Dersau am Einsatzort ein und erhielt den Auftrag, die Atemschutzgeräteträger dem eingerichteten „Atemschutz Pool“ zur Verfügung zu stellen und mit weiteren Kräften auf der linken Flanke des Gebäudes einen Löschangriff aufzubauen, um bei eventuellem Flammendurchschlag das Nachbarhaus zu schützen.

Die ersten Angriffstrupps drangen durch den dicken Nebel in das Gebäude ein und hatten ziemlich schnell die erste Person gefunden, die bei Bewusstsein, aber auf Grund von einer angenommenen Rückenverletzung nicht gehfähig war, so dass sie mittels einer Trage aus dem Gebäude gerettet werden musste.

Zwischenzeitig traf auch die FF Dörnick an der Einsatzstelle ein, und wurde mit dem Schutz der rechten Gebäudeseite beauftragt, die Atemschutzgeräteträger verstärkten ebenfalls den Pool, der mittlerweile zu einer stattlichen Anzahl angewachsen war.

Auch die 2. Person wurde im Erdgeschoss des Gebäudes gefunden, wurde ebenfalls per Trage aus dem Gebäude zur Verletztenablage verbracht.

Unsere schwere und unhandliche Übungspuppe hatte es scheinbar leider bis auf den Heuboden geschafft und musste ebenfalls per Trage aus dem Gebäude getragen werden.

Bei den Rettungsarbeiten kam es zu 2 „Notfällen“ bei den eingesetzten Angriffstrupps, so dass auch die Sicherheitstrupps zum Einsatz kamen und ihre Kameraden aus dem Gebäude retten mussten.

Alles in Allem genug Arbeit für die eingesetzten Wehren, manches lief auf Grund der fehlenden Ausbildung während der „Corona-Auszeiten“ ein bisschen „rumpelig“, aber alle waren eifrig und mit viel Engagement dabei….. und genau das ist Sinn und Zweck dieser Übung gewesen.

Nach den Aufräumarbeiten fuhren wir gemeinsam zum Feuerwehrgerätehaus, wo es dann, nach einer kurzen Manöverkritik Grillwurst und Getränke gab.

Auch die gräfliche Familie, die die Übung begleitet hatte, kam zu dem gemütlichen Abschluss ins Gerätehaus.

Lebhafte Gespräche und fröhliches Miteinander zeigten, wie wichtig diese Gemeinschaft ist und wie dieses Miteinander den Kameradinnen und Kameraden in den letzten Monaten gefehlt hat.

Ich bedanke mich bei allen Übungsteilnehmern, bei Tim und Sascha für die Idee zur Übung, der Familie Brockdorff-Ahlefeldt für das tolle Übungsobjekt, bei der Feuerwehrtechnischen Zentrale für die Unterstützung, bei den Kameradinnen Mareike und Mia als „Opfer“, bei Daniel für die Vorbereitung des gemütlichen Teils, den fleißigen Grillern und allen anderen Unterstützern und hoffe, dass unsere Übung der Auftakt für „ein viel mehr Miteinander“ sein konnte.

 

Gemeindewehrführer Ascheberg